Digitaler Euro

Lina Zolotarova | Zuletzt aktualisiert am: 09.08.2021
Das Bargeld ist in der Entwicklung der vergangenen Jahren auf dem Rückzug. Kryptowährungen und Plattformen wie PayPal bestärken diesen Trend. Auch die Pandemie hat dazu beigetragen, dass Online-Shopping immer beliebter wird und Zahlungen mit der Karte bevorzugt werden.

Virtuelle Bezahlsysteme sind einfach in der Handhabung, bequem und sicher. Zudem sind sie kosteneffizient. So soll auch der digitale Euro dem Endverbraucher viel Mühe sparen und neue Möglichkeiten eröffnen.

Doch wie genau funktioniert der Euro in digitaler Form? Was wird sich für uns verändern? Und wann ist die Einführung des digitalen Euros in Deutschland zu erwarten? Dieser Artikel liefert die Antworten auf diese Fragen.

Digitales Geld weltweit

Im Jahr 2020 führen Bahamas die erste digitale Währung, den Sand-Dollar ein. Somit wurden Bahamas zum ersten Staat weltweit mit digitalem Bargeld. Dem folgt China mit dem E-Yuan. Dort ist das digitale Geld schon landesweit verbreitet. Seit 2020 wird der E-Yuan probeweise in Apps verwendet und zum Zweck von Online-Shopping. Ein Teil der staatlichen Leistung wird in China ebenfalls in digitaler Währung ausgezahlt.

Schweden führte vor nicht allzu langer Zeit die E-krone ein und die Europäische Zentralbank (EZB) steht nun ebenfalls vor dem Entschluss, den digitalen Euro einzuführen. Laut dem heutigen Plan, soll es den digitalen Euro schon 2026 geben.

Nicht nur Länder und Staaten führen nach und nach digitale Währungen ein. Auch Facebook kündigte bereits 2019 die Einführung einer eigenen digitalen Währung an. Die Währung sollte anfänglich Libra genannt werden. Der Libra-Coin wurde als eine internationale Währung geplant. Vorerst aber sollte der Libra-Coin den Nutzern von Facebook und den damit verbundenen Plattformen, wie Instagram und WhatsApp die Option geben, Online-Shopping zu betreiben. Der Coin wurde kürzlich weiterentwickelt zu einem Stablecoin, einer Kryptowährung mit dem neuen Namen Diem-Dollar, die momentan auf ihre Zulassung wartet.

Vorteile der digitalen Währung

Eine der Möglichkeiten, die sich durch den digitalen Euro ergeben, ist die Automatisierung von Transaktionen. So können mit dem Internet verbundene Maschinen am Zahlungsverkehr teilnehmen. Sie können die anstehende Zahlungen durchführen, automatisch und autonom. Sollte in der Zukunft zum Beispiel der Kühlschrank bemerken, dass ein Lebensmittel nachbestellt werden sollte, kann er das automatisch erledigen und die Rechnung begleichen.

Auch für die europäische Wirtschaft soll die Einführung des digitalen Euros Vorteile bieten. Er soll die Bezahlinfrastruktur verbessern. Vor allem werden so Überweisungen erleichtert. Insbesondere internationaler Zahlungsverkehr soll Dank des digitalen Geldes schneller, günstiger und einfacher gestaltet werden.

Der E-Euro soll außerdem weniger von Kursschwankungen bedroht sein. Er ist umweltfreundlicher im Vergleich zur Kryptowährungen und verursacht keine Extrakosten.

Gefahren des digitalen Euros

Es bestehen aktuell Bedenken bezüglich der Sicherheit und des Datenschutzes der Systeme, die den digitalen Euro steuern. Doch die Sicherheit hat eine vorrangige Rolle. Deshalb wird der digitale Euro in dem Untersuchungszeitraum von etwa zwei Jahren im kleinen Umfang geprüft und getestet. So kann dem Endverbraucher eine maximal sichere digitale Währung geboten werden. In dieser Zeit soll eine sichere technische Infrastruktur entwickelt werden. Mögliche Sicherheitslücken sollen entdeckt und behoben werden.

Laut Ökonomen soll auch die gesamtwirtschaftliche Wirkung des digitalen Euros gründlich durchdacht werden, denn er könnte bedeutende Auswirkungen auf den Banken- und Finanzsektor mit sich bringen.

Einführung des digitalen Euros – Was bedeutet das für die Bürger?

Für den Verbraucher wird sich durch die Einführung des digitalen Euros erst einmal nicht viel verändern. Denn die deutschen Bürger bezahlen schon seit Jahren vermehrt digital und nutzen Online-Banking.
Der digitale Euro soll vorerst auch nur eine Alternative zum physischen Euro darstellen und demnach dem Verbraucher die Option vorbehalten, weiterhin bei der gewohnten Zahlungsform zu bleiben.

Im Unterschied zu Kryptowährungen, wie Bitcoin, die von privaten Netzwerken verwaltet werden, wird der digitale Euro zentral, durch die EZB verwaltet und seine Menge soll nicht begrenzt sein.

In der Praxis könnte der Einsatz vom digitalen Euro so aussehen, dass der Verbraucher beispielsweise eine elektronische Geldbörse auf seinem Smartphone hat, mit welcher er an Supermarktkassen und in weiteren Einrichtungen zahlen kann.