Mobiler Friseur
werden - Nützliche Tipps

Lina Zolotarova | Zuletzt aktualisiert am: 02.08.2021
Friseure wünschen es sich immer häufiger, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen. Doch dieser Schritt bringt Risiken mit sich. Die hohen Mietpreise und Anschaffungskosten, ebenso wie die Ungewissheit der Einnahmen, stellen oftmals eine unüberwindbare Hürde dar, die unzählige Friseure weiterhin zu einer festen Anstellung führt.

Doch der neue Trend der mobilen Friseure macht vor, wie es auch anders gehen kann. Er zeigt auf, dass viele Risiken umgangen werden können und der Einstieg nicht unbedingt schwer sein muss.

Wie genau mobile Friseure arbeiten, was sie benötigen, um einzusteigen und vor allem, welche Vor- und Nachteile diese Arbeitsweise gegenüber dem physischen Friseur mit sich bringt, zeigt dieser Artikel auf.

Mobiler Friseur – wie genau funktioniert das?

Mobile Friseure bieten ihre Dienstleistungen ganz bequem außerhalb des Friseursalons an. So kann jeder privat einen Friseur zu sich nachhause bestellen. Der Umfang des Angebotes ist, je nach Friseur, spezifisch. Während einige Hausfriseure nur die Haare schneiden, bieten andere es auch an, Haare zu färben, zu föhnen und nach Belieben zu stylen. Demnach können alle Wünsche der Kunden auch von zuhause aus erfüllt werden.

In vielen Fällen ist der mobile Friseur die einzige Möglichkeit für die Betroffenen, sich die Haare schneiden zu lassen. Für ältere Personen beispielsweise, die nicht aus dem Haus gehen können oder für Menschen mit Behinderungen, stellen mobile Friseure die Rettung in der Not dar.

In anderen Fällen, bei besonderen Anlässen, wie Hochzeit oder ähnlichen Ereignissen, ist es sehr praktisch, sich den Friseur direkt nachhause bestellen zu können.

Menschen, die sehr beschäftigt sind und deshalb keine Zeit haben, sparen sich ebenfalls durch den mobilen Friseur die Anfahrtszeit und die mögliche Wartezeit vor Ort. Somit ergeben sich einige Zielgruppen, die der mobile Friseur bedienen kann.

Voraussetzungen für den mobilen Friseur

Ab dem Jahr 2003 ist kein Meistertitel mehr für die Ausübung des Friseurberufes notwendig. Laut der Gewerbeverordnung §55(2) GeWO ist eine Reisegewerbekarte erforderlich, um sich selbstständig zu machen und als mobiler Friseur seine Leistungen anbieten zu können. Die Reisewerbekarte wird durch das örtliche Ordnungsamt ausgestellt, bei der Anmeldung eines Reisegewerbes und ist während der Ausübung der Tätigkeit mit sich zu führen.

Vorteile des mobilen Friseurs

Der erste klar ersichtliche Vorteil von Friseuren, die mobil sind, ist, dass sie keinen Friseursalon mieten und instand halten müssen. Personalkosten entfallen ebenfalls. Demnach halten sich die Ausgaben für den mobilen Friseur niedrig, was den Einstieg in diesen Beruf deutlich erleichtert.

Die niedrigen Kosten können sich auch auf die Preissetzung auswirken. Sie ermöglichen den Friseuren die Dienstleistungspreise niedrig zu halten und so die Konkurrenzfähigkeit entsprechend zu erhöhen.

Hinzu kommt, dass die mobilen Friseure ihren Kunden einen extra Service bieten, der für viele unersetzbar ist. So entsteht ein weiterer Vorteil gegenüber den physischen Friseuren in Friseursalons. Dadurch erhöht sich ebenfalls die Kundenbindung und der Wert der Dienstleistung steigt für den Kunden an.
Ein weiterer Vorteil der mobiler Friseure ist, dass die Arbeitszeiten vom Friseur selbst frei bestimmt werden können. Dies bietet den Friseuren zeitliche Freiheit und die Möglichkeit, ihren Kunden extra bequeme Zeiten zum Haareschneiden anzubieten, was sich wiederum positiv auf den Wert der Dienstleistung für die Kunden auswirkt.

Nachteile des mobilen Friseurs

Als mobiler Friseur ist es eine Voraussetzung, mobil zu sein. Natürlich können sich mobile Friseure der öffentlichen Verkehrsmittel bedienen, doch beim Ausbau des Kundenstamms kommt man, in den meisten Fällen, nicht um einen Führerschein und um die Anschaffung eines Autos umher. Dadurch können extra Kosten für die Friseure entstehen.

Zu den weiteren Nachteilen zählt die fehlende Stabilität der Selbstständigkeit, im Vergleich zu einer Festanstellung. Krankheits- und Urlaubstage werden aus der eigenen Tasche bezahlt und feste monatliche Einkommen gibt es auch keine. Mobile Friseure haben sich außerdem privat um ihre Versicherungen zu kümmern.

Besonders zu Beginn der Selbstständigkeit ist die Frage des Kundenstammes aktuell. Mobile Friseure müssen sich einen guten Ruf aufbauen, um erfolgreich zu sein, denn Empfehlungsmarketing ist das gängigste Werbetool für sie.

Da mobile Friseure sich am Anfang der Tätigkeit dieses Tools nicht bedienen können, greifen viele auf Social Media Kanäle zurück, um auf sich aufmerksam zu machen. Doch hier ist Vorsicht angesagt, denn es ist nicht alles erlaubt.

Social Media Kanäle - welche eignen sich am besten als Werbefläche?

Zurzeit eignet sich Social Media hervorragend, um Werbung für Dienstleistung jeglicher Art zu machen und so Verkäufe anzukurbeln. Je nachdem, wie die Zielgruppe definiert ist, eignen sich die verschiedenen Social Media Kanäle unterschiedlich gut. TikTok und Snapchat sind die neusten unter den Social Media Kanälen. Dort befindet sich hauptsächlich das junge Publikum. Instagram targetiert überwiegend junge Erwachsene, während Facebook vor allem von Menschen ab 35 benutzt wird. Snapchat, Twitter und LinkedIn sind ebenfalls beliebte Medien für junge Erwachsene.

Laut Statista benutzen Personen im Alter von 14-29 Jahren am häufigsten Instagram, Facebook und Snapchat. Personen im Alter zwischen 30 und 49 Jahren bevorzugen Facebook, Instagram und Twitter. Die Altersgruppe zwischen 50 und 69 Jahren bedienen sich überwiegend bei Facebook, LinkedIn und Twitter. Diese Daten beziehen sich auf den Erhebungszeitraum des Jahres 2020 in Deutschland.

Auf Social Media kannst Du Vorher-Nachher-Bildern und Videos posten, um zu präsentieren, welche Leistungen Du anbietest und wie Deine Arbeit aussieht. Du kannst ebenfalls Informationen über Dich, Deine Ausbildung und Deine Erfahrung als Friseur teilen. Witzige oder interessante Geschichten und Ereignisse aus Deinem Alltag oder von Deiner Arbeit werden ebenfalls gerne auf Social Media gesehen.

Achtung! Laut dem Gesetz gilt für mobile Friseure ein umfangreiches Werbeverbot. Demnach darfst Du als mobiler Friseur keine direkte Werbemaßnahmen ergreifen. Um auf Nummer sicher zu gehen, wo genau die Grenze liegt, lasse Dich zu diesem Thema von einem Anwalt beraten. So vermeidest Du mögliche Abmahnungen.

Hast Du bereits Deine ersten Kunden erworben, so ist Empfehlungsmarketing für Dich der beste und sicherste Weg, um für Deine Leistungen zu werben. Je zufriedener Deine jetzigen Kunden, desto besser sind Deine Chancen auf neue.

Sichere Zahlungen mit TSE Systemen

Barzahlungen sind natürlich am praktischsten für Dich, als mobiler Friseur. Doch wenn die Kunden gerne mit der Karte zahlen möchten, soll es auch kein Problem für Dich darstellen.

Denn es gibt hierzu vielerlei praktischer Lösungen, die Dir die Option bieten, auch Kartenzahlungen oder Zahlungen von Smart Devices, wie zum Beispiel Apple Pay problemlos anzunehmen.

Die App ‚Wellet' beispielsweise macht es möglich, Kartenzahlungen direkt über Dein Smartphone anzunehmen. Es sind keine weiteren Geräte oder Terminale notwendig. Die App ist sicher und kostengünstig.

Du könntest Dir alternativ ein Kassensystem anschaffen, in Form von einem Terminal.

Laut den deutschen Richtlinien sollten alle Registrierkassen ab Januar 2020 über zertifizierte Sicherungseinrichtungen verfügen. Diese technische Sicherungseinrichtung wird kurz als TSE bezeichnet. Dank den TSE Kassensystemen ist es einfacher, Zahlungseingänge nachzuverfolgen. So hast Du jederzeit einen Überblick über Deinen Kassenbestand und kannst mit nur einem Knopfdruck alle Zahlungseingänge und -ausgänge nachweisen. Dies erleichtert Dir die Jahres- und Tagesabrechnungen und erspart Dir viele Arbeitsstunden. Zudem kannst Du jedem Kunden direkt den passenden Beleg aushändigen.

Laut dem Gesetz sind mobile Friseure jedoch von der TSE-Zertifizierung ausgenommen und müssen deshalb nicht über ein TSE Kassensystem verfügen.

Kartenterminal im Vergleich zu Soft-POS

Solltest Du ein Kartenterminal einer Soft-POS-Lösung vorziehen, um Kartenzahlungen zu empfangen, entstehen für Dich Anschaffungskosten. Weiterhin kommen mögliche Reparatur- und Instandhaltungskosten auf Dich zu. Dafür hast Du die Möglichkeit, Belege sofort zu drucken und Zahlungen von Karten zu akzeptieren, die nicht über eine kontaktlose Zahlungsfunktion verfügen.

Das Kartenterminal kann unabhängig vom Handy benutzt werden. Jedoch sollte bedacht werden, dass das Terminal einen zusätzlichen Aufwand beim Transportieren darstellt, es könnte sich auch entladen oder die Verbindung verlieren. Diese Unannehmlichkeiten sind bei der Benutzung einer Soft-POS-Lösung ausgeschlossen. Denn sie ist als ein Teil des Handys ganz einfach zu handhaben.

Bei Soft-POS-Lösungen fallen in der Regel keine Installation- oder Anschaffungskosten für Dich an. Für die App Wellet beispielsweise, sind lediglich die Transaktionsgebühren, in Höhe von 1,3% je Zahlung zu entrichten.

In minutenschnelle ist die App auf Deinem Handy installiert. Die Registrierung dauert in der Regel nicht mehr als 24h. Und schon ist Dein Smartphone auch ein Terminal für Kartenzahlungen.

Über die Wellet-App sind kontaktlose Zahlungen von Debit- und Kreditkarten möglich, ebenso wie Zahlungen von Smart Devices. Dank der PIN-Funktion, können Zahlungen, die höher als 50 Euro sind sicher und problemlos beglichen werden. Belege werden digital erstellt und können im Anschluss, je nach Wunsch, gedruckt oder dem Kunden übersendet werden.